Mit der Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix standen im April gleich zwei der fünf sogenannten „Monumente des Radsports“ im Fokus des internationalen Radsportkalenders. Beide Eintagesrennen zählen zu den traditionsreichsten und anspruchsvollsten Wettbewerben weltweit und stellen Fahrer wie Material Jahr für Jahr vor extreme Herausforderungen.
Die Flandern-Rundfahrt, auch bekannt als „Ronde van Vlaanderen“, führt über anspruchsvolle Strecken durch Belgien und ist vor allem für ihre kurzen, steilen Anstiege berüchtigt. Viele dieser Passagen sind zusätzlich mit Kopfsteinpflaster versehen und verlangen den Fahrern neben hoher Leistungsfähigkeit auch fahrerisches Geschick und taktisches Gespür ab. Die Kombination aus Streckenlänge, Höhenmetern und wechselnden Rennsituationen macht dieses Rennen zu einem der prestigeträchtigsten Klassiker im Profiradsport.
Paris–Roubaix hingegen gilt als Inbegriff des Kopfsteinpflasterrennens. Die 123. Austragung führte über 258,3 Kilometer von Compiègne nach Roubaix und verlangte den insgesamt 175 gestarteten Fahrern alles ab. Besonders prägend sind die zahlreichen Pavé-Sektoren – insgesamt rund 50 Kilometer auf teils extrem unebenem Untergrund –, die dem Rennen den Beinamen „Hölle des Nordens“ eingebracht haben. Am Ende erreichten 140 Athleten das Ziel, ein eindrucksvoller Beleg für die Härte dieses Wettbewerbs.
Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,91 km/h unterstrich das Profirennen einmal mehr sein außergewöhnlich hohes Niveau. Den Sieg sicherte sich der Belgier Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike) in 5:16:52 Stunden, knapp vor dem zeitgleichen Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG).
Eine Besonderheit in diesem Jahr: Das Frauenrennen, Paris–Roubaix Femmes, wurde erstmals am selben Tag ausgetragen und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Frauenradsports im internationalen Kalender.
Unser Vereinskollege Andreas Weymann stellte sich ebenfalls diesen legendären Herausforderungen: Zunächst bei der Flandern-Rundfahrt, eine Woche später bei der Paris–Roubaix Challenge – und damit gleich zwei der bedeutendsten Klassiker im Radsport aus eigener Perspektive.
Flandern und Roubaix gemeistert – ein Bericht von Andreas Weymann
Im April war ich gleich bei zwei der fünf Monumente des Radsports selbst am Start – ein Erlebnis, das in dieser Intensität kaum zu übertreffen ist. Diese traditionsreichen Eintagesrennen, die teilweise seit über hundert Jahren ausgetragen werden, sind für jeden Radsportbegeisterten etwas ganz Besonderes.
Den Auftakt machte für mich die Flandernrundfahrt, die „Ronde van Vlaanderen“. Über 246 Kilometer und rund 2.300 Höhenmeter führte die Strecke von Antwerpen ins flämische Radsportzentrum nach Oudenaarde. Charakteristisch für dieses Rennen sind die kurzen, extrem steilen Anstiege – die sogenannten „Hellingen“ –, die oft ebenfalls mit Kopfsteinpflaster versehen sind. Gerade bei feuchtem Untergrund wird hier selbst für Profis das Fahren zur Grenzerfahrung, und auch ich musste an einigen Rampen alles investieren, um im Sattel zu bleiben.
Nur eine Woche später stand dann mit Paris–Roubaix der wohl legendärste Kopfsteinklassiker auf dem Programm. Nachdem ich im vergangenen Jahr noch die komplette Distanz mit allen 30 Pavé-Sektoren gefahren bin, habe ich mich diesmal für die etwas kürzere, logistisch einfachere Variante entschieden. Doch auch die rund 150 Kilometer mit 19 Kopfsteinpflasterabschnitten hatten es in sich.
Ein absolutes Highlight – und zugleich eine der größten Herausforderungen – war erneut der berüchtigte Wald von Arenberg. Auf diesem 2,3 Kilometer langen Abschnitt mit extrem grobem Kopfsteinpflaster wird einem alles abverlangt. Hier spürt man hautnah, warum sich an dieser Stelle Jahr für Jahr dramatische Szenen im Profirennen abspielen. Material und Fahrer werden gleichermaßen an ihre Grenzen gebracht.
Doch auch die übrigen Pavé-Sektoren bieten mehr als genug Potenzial für Defekte und verlangen höchste Konzentration. Gleichzeitig sind es genau diese Momente, die den Reiz ausmachen: das Gefühl, über die gleichen legendären Abschnitte zu fahren wie die Profis und Teil dieser einzigartigen Radsportgeschichte zu sein.
Beide Veranstaltungen waren für mich unvergesslich – nicht nur als Teilnehmer, sondern auch durch die Atmosphäre entlang der Strecke. Besonders bei der Flandernrundfahrt spürt man, dass ganz Belgien im Radsportfieber ist. Die Begeisterung der Zuschauer, die Nähe zum Geschehen und die Leidenschaft für den Sport sind beeindruckend.
Ich kann jedem, der Freude am Radfahren hat, nur empfehlen, diese Erfahrungen einmal selbst zu machen. Es ist eine ganz besondere Mischung aus sportlicher Herausforderung, Tradition und Emotion, die man so schnell nicht vergisst.
Ergebnislisten: Bei Paris-Roubaix gab es für keinen Amateur eine Zeitwertung.
Info Flandern Rundfahrt Flandern-Rundfahrt für Amateure: So fährst du über Kopfstein in den Rausch – 11bar | das Radsport-Magazin
Bericht Flandern Rundfahrt der Profis: Ergebnisse Flandern-Rundfahrt 2026 | Tadej Pogačar sprengt am Kwaremont die Konkurrenz und schlägt Van der Poel sowie Evenepoel im unerbittlichen Monument-Duell
Info Wikipedia Tour of Flanders 2026 – Wikipedia, die freie Enzyklopädie
Solche Leistungen sind nicht nur individuell bemerkenswert, sondern auch ein echtes Aushängeschild für unseren Verein.
Wir gratulieren Andreas herzlich zu dieser großartigen Leistung und sind stolz, einen solch außergewöhnlichen Ausdauersportler in unseren Reihen zu haben!
Viel Erfolg auch bei noch folgenden Ausdauersportplänen!
Einige bisher erschienene Berichte:
MTMH Homepage Bericht 2025Paris–Roubaix hautnah: Zwischen Kopfsteinpflaster, Legenden und Leidenschaft – Wir sind Laufen und Triathlon
WAZ Bericht 2025Mülheimer fährt Paris-Roubaix: Blutige Daumen in der Kopfsteinpflaster-Hölle
MTMH Homepage Bericht 2025340 km laufend auf dem Jakobsweg – Ein Weg, der Herz und Horizont öffnet – Wir sind Laufen und Triathlon
Neuere Partner sind
– Concordia Versicherungen Alexander Schöpf,
– Ronja Restaurant am Ringlokschuppen und
– Kasalla Textil die nicht nur Laufshirts mit Drucke anbieten.
Ein Dankeschön geht an unsere Sponsoren. Eure Unterstützung ist unbezahlbar. Wir laden alle herzlich dazu ein, die tollen Angebote unserer Partner zu entdecken und damit diese wertvolle Zusammenarbeit aktiv zu stärken.
Unsere Partner:
- Concordia Versicherung Concordia Versicherungen in Mülheim an der Ruhr, Alexander Schöpf | Concordia
- Contilia https://www.contilia.de/index.html
- Decathlon https://www.decathlon.de/
- Die Zahnarztpraxis im Ruhrquartier https://www.die-zahnarztpraxis-am-ruhrquartier.de/
- Kasalla Textil https://www.kasalla-textil.de/de/home
- Dr. Benedict Lacner Diabetologische Schwerpunkte Das Team – Praxis Dr. Lacner
- medL mein Stadtwerk medl – mein Stadtwerk: Mülheims Energieversorger Nr. 1
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Um die Lesbarkeit zu erhöhen, wird das generische Maskulinum verwendet und schließt ausdrücklich alle Geschlechter ein.
Fotos: MTMH Privat / Andreas Weymann
Text: Andreas Weymann, Manuela Strenger
Veröffentlichung: Manuela Strenger









