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Xterra Malta Ultra Trailrun Gozo

Ende Oktober führte mich (Andreas Weymann) der Wunsch, in diesem Jahr nach all den Corona bedingten Absagen doch noch an irgendeiner längeren Sportveranstaltung teilzunehmen, nach Malta. Weder sportlich noch touristisch hatte ich das Land und die drei dazugehörigen Inseln vorher auf meiner Bucketlist, aber nachdem einige Wochen vorher in der tritime das Ziel promotet worden war und ich auch noch einen Voucher der Lufthansa von einer im Frühjahr ausgefallenen Reise hatte, packte ich also mein Gravelbike und meine Radtaschen ein und machte mich auf den Flug. Gemeldet war ich für den Ocean Lava Triathlon, ein Mitteldistanzrennen, das ich dann aber nach dem Schwimmen etwas desillusioniert  abgebrochen habe. Ein bisschen mehr Vorbereitung hätte hier nicht geschadet.

Aber es gab ja sechs Tage später noch den XTerra Malta Ultra Trailrun auf der Nachbarinsel Gozo. Also nächster Versuch, sich im Wettbewerb sportlich zu betätigen. Zwischendurch konnte ich mit dem Rad zunächst die Hauptinsel Malta erkundigen (kulturell, baudenkmalig und landschaftlich sehr interessant, aber mit dem Rad ist man aufgrund des vielen Autoverkehrs an anderen Zielen doch besser aufgehoben). Deshalb auf zur Nachbarinsel Gozo, etwas kleiner, aber mindestens genauso hügelig (hier geht es definitiv nie flach, immer mindestens 100 m hoch, 100 m runter) und damit genau das richtige, um mit dem Rad auf kurzen Strecken Höhenmeter zu machen und entspannt (es sei denn, man hat sein gesamtes Urlaubsgepäck an Bord) die Landschaft zu genießen (nebenher gibts auch hier viel Historisches zu bestaunen).

Vor mir lag nun eine vom Veranstalter am Tag vorher auf 54 km und 1.400 HM taxierte Laufstrecke, auf die ich mich mit 90 anderen Teilnehmern in jeweils mit einer Minute Abstand startenden Sechsergruppen stürzte (wobei, gestürzt bin ich seltsamerweise nicht, auch wenn es hierzu ziemlich viele Gelegenheiten gegeben hätte). Vorher war aber noch kollektives Fiebermessen angesagt (wie eigentlich überall in Malta in den Restaurants und Hotels) und es wurde auch noch mal klar gemacht, dass man außer, wenn man rennt, wie der Rest der Bevölkerung draußen den Mund-Nasen-Schutz korrekt zu tragen hätte. Dann gab es noch ein Demo-Sitting für was, was ich nicht verstanden habe, aber es hörte sich unterstützenswert an, und es ging los.

Das einmalige an der Strecke ist dass es einmal komplett um die Insel geht, im Uhrzeigersinn immer an der Küste entlang. Nur dass es eben keine gleichmäßige Höhenlinie ist, sondern aus vielen steil abfallenden Felsabschnitten mit 150 m Höhe, die dann wieder durch Abschnitte direkt auf Meereshöhe unterbrochen wurde, besteht. Und auch, wenn der Racedirector am Tag zuvor persönlich die ganze Strecke zu Fuß abgegangen war, um sie zu markieren, konnte man doch schon mal die Orientierung verlieren. Da war es gut, dass einem die Garmin mit der Navigation gelegentlich wieder auf den richtigen Weg brachte. Bei 22 Grad und Sonnenschein und einer angenehmen Brise waren die Wetterverhältnisse ideal, um den Tag, die Landschaft und die Strecke zu genießen, auch wenn man unter der Sonne in einigen Passagen dann doch schon kräftig ins Schwitzen kommen konnte. Jede Menge Kletterpartien hoch und runter und laufen auf aller Arten von Untergründen machte das ganze so abwechslungsreich, dass die gut acht Stunden, die ich auf der Strecke verbracht habe, schon fast zu schnell vergingen. Meinen ganzen Proviant, den ich als Ultra- und Trailnovize vorsorglich im Rucksack dabei hatte, hätte ich mir sparen können, einzig die Flüssigkeitsversorgung mit der Möglichkeit, alle 10 km an einem Verpflegungsstand die Flasche mal aufzufüllen, konnte für durstigere Athleten oder solche mit dem Wunsch auf Abkühlung vielleicht etwas knapp gewesen sein.

Die trotz des Xterra-Labels im positiven Sinne unprofessionell organisierte Veranstaltung lebt auch von dem Engagement und dem Enthusiasmus des kleinen Teams, das sich um alles kümmert. Es war eine rundherum gelungene Veranstaltung, die auch unter den Einschränkungen von Corona wirklich schön war und die ich jedem, der auch mal Wert auf  einen echten Lauf- und Landschaftsgenuss legt, ans Herz legen möchte. Und zu schaffen ist es alle Mal, wenn selbst nach einem absoluten Lauftrödeler wie mir noch ein Drittel der übrigen Teilnehmer nach tatsächlich dann nur 52 km freudig ins Ziel einlaufen. Für die, die sich weniger anstrengen möchten, aber trotzdem mal einen Lauf auf herausfordernden Terrain angehen wollen, gibts das Ganze auch mit 21 und 11 km. Man startet hier später und stößt dann auf den Rest des Weges der Ultras. So oder so ein Erlebnis. Wer es in bewegten Bildern haben möchte, findet es auf https://vimeo.com/474257323

       

TMH Kids rocken den Solo Run

Der Mülheimer Firmenlauf wurde am 15.9. als Solo Run ausgetragen. 400 Teilnehmer konnten sich auf der 5,6km Strecke austoben. Bei 30 Grad war das auch für den Triathlon Nachwuchs mit Anhang nicht einfach; aber alle haben das Ding gerockt und super Ergebnisse erzielt. Im Familienmodus ging es auf die Strecke, so dass auch die Eltern nicht zu kurz kamen. Auch sie mussten ihr Bestes geben, um mit den Kids / Teens mithalten zu können. Im Ziel waren alle super glücklich. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank an den Veranstalter Bunert!

MH2Middelburg 300

12.09.2020 – 6:30! Treffen an der Raffelberg Schleuse; sechs Triathleten mit Lise, Janik, Andreas, Rene, Ralf & Ralf voller Tatendrang sind bereit, um die 300km Radreise nach Middelburg, westliche Nordseeküste NL, anzutreten. Was für eine verrückte Idee: es ist dunkel, es ist kalt, wir sind noch müde, aber nicht mehr lange.

Die ersten 100km wurden recht zügig im 30er Schnitt abgespult, da man vor Dunkelheit in Middelburg ankommen wollte. Dann gab es die erste Pause mit Kaffee und Brötchen. Britta und Johanna begleiteten uns per Auto und waren immer verlässlich an den Treffpunkten, um uns zu versorgen und moralisch zu unterstützen (ein sensationeller Support). Und weiter ging es auf einer sehr schönen Radwegroute entlang von Holland typischen Kanälen Richtung Küste. Spätestens jetzt wurde der Gegenwind sehr stark und der Schnitt konnte nicht mehr gehalten werden. Dennoch war die Stimmung prächtig, da die visuellen Eindrücke der Küstenlandschaft grandios waren. Middelburg erreichten wir nach 20 Uhr in der Dämmerung. Etwa 10,5h auf dem Rad und dann waren die 300km geschafft. Was für eine Teamleistung!!!

Ein Megaevent, das sicherlich in die Vereinsgeschichte eingehen wird, wie so andere Radmarathons in 2020.

   

Unsere Jugend rockt den IM VR21

Am vergangenen Wochenende (29./30.8.) gab es wieder ein virtuelles Ironman Rennen mit Beteiligung unserer Jugend.

Milla und Luisa, für Luisa das erste Mal, haben es ich nicht nehmen lassen, einen Duathlon auf der Kurzdistanz
zu absolvieren. Gelaufen wurden 3 und 10km Strecken, geradelt wurde 40km entlang der Ruhr. Natürlich meisterten
unsere starken Mädels dies mit Bravour. Eine echt starke Leistung, die jede Anerkennung verdient.

PS: Die Väter waren auch nicht schlecht dabei.

Ironman Cozumel

Ironman Cozumel – ein Bericht von Andreas W. (nehmt euch etwas Zeit zum Lesen 😉)

Da ich unbedingt in diesem Jahr zur Teilnahme am Legacy-Programm noch einen Ironman-Wettbewerb machen wollte und in der europäischen Nähe alles ausverkauft war, beschloss ich im August, mich für den Ironman auf der mexikanischen Insel Cozumel anzumelden. Cozumel ist eine Insel von ca. 40 x 20 km, die vor der touristisch am stärksten erschlossenen Halbinsel Yucatan liegt (mit Chitzen Itza, Tulum und vielen anderen Maya-Stätten). Anders als der größere Teil des Landes, in dem es mittlerweile nicht mehr ganz unproblematisch ist, sicher von A nach B zu kommen, ist dies ein verhältnismäßig sicheres Reisegebiet. Noch sicherer ist auf jeden Fall Cozumel. Hier scheint die Welt (noch) in Ordnung. Cozumel ist dabei weniger als das Festland von normalen Strandurlauber geprägt, sondern von Tauchurlaubern (vor der Insel an der Westküste liegt das zweitgrößte Barriereriff der Welt) und von Kreuzfahrern. Man erreicht die Insel nach einem 12-stündigen Flug im Regelfall ab Frankfurt, landet in Cancun, fährt dann etwa eine Stunde mit dem Bus nach Playa del Carmen um dann noch einmal etwa eine Stunde mit der Fähre zu fahren. Auf der Fähre trafen wir auch zufällig Hannes Blaschke mit seiner Hannes-Hawaii-Truppe, der nicht nur die Hawaii-Tripps organisiert, sondern auch einige andere Reiseziele unterstützt. In seiner Truppe waren auch zwei AK-50-Triathleten, die nachdem wir mit ihnen ins Gespräch gekommen waren, erzählten, dass sie sich auf Cozumel für Hawaii qualifizieren wollten. Sie waren sich aber noch nicht einig, wer wem den Vortritt lassen würde. Auf die Frage, was sie sich denn für Zeiten vorgenommen hätten, kam irgendwas von unter 9 Stunden raus. Da fragten wir sie denn, ob sie sonst keine Hobbies hätten. Es stellte sich dann heraus, dass der eine Andreas Niedrig war (vom Junkie zum Ironman) und er nach seinem Ausscheiden in diesem Jahr auf Hawaii seine Karriere nun so nicht beenden wollte. Wir waren gespannt, ob er das Ticket nach Hawaii noch kriegen würde. Angekommen auf der Insel stellten wir dann fest, was es mit den Kreuzfahrern auf sich hat. 200 m von unserem Hotelstrand entfernt war die wohl weltgrößte Anlegestelle für Kreufahrtschiffe. Auf Cozumel legen bis auf sonntags vier bis sieben Schiffe täglich an. Und es sind nicht die Schiffe, die man noch vom Traumschiff kennt. Alle größer als die Titanic, fast alle über 3.000 bis 4.000 Menschen an Bord. Die fahren dann alle mal für einen Tag auf die Insel, um die vielen landschaftlichen Highlights (vor allem das traumhafte Wasser mit den Fischen, ein paar Maya-Stätten, ein Naturpark mit einem absoluten Traumstrand und dahinter eine Lagune mit 400 Krokodilen) zu erkunden oder von da aufs Festland überzusetzen. Nach dem ersten Schock über die Nähe der Kreuzfahrtschiffe wich es einer gewissen Faszination. Wir haben jetzt auf jeden Fall über 25 Riesenschiffe gesehen und irgendwie haben sie trotz der Nähe zu unserem Hotel nicht gestört. Kreuzfahrer werden wir trotzdem nicht. Der Ironman-Wettkampf fand am 24.11. zum 11. Mal statt. Da zudem im September immer noch ein 70.3 Wettkamp dort läuft, sind die Menschen dort mit dem Triathlon sehr vertraut.
Für die Profis war dieser Ironman zugleich die Lateinamerikanisches Meisterschaft, so dass dort auch ein erhöhtes Preisgeld verteilt wurde. Leider waren einige der deutschen Profis, die gemeldet waren, letztendlich dann verletzungsbedingt doch nicht am Start. Sebastian Kienle, der hier 2017 gewonnen hatte, hatte sich in Hawaii einige Probleme an der Hüfte zugezogen. Andreas Raelert und Laura Philipp mussten dann ebenfalls kurzfristig absagen. Trotzdem war das Rennen mit Namen wir Tim O´ Donell, Frederik van Lierde, Patrick Nilson und Tyler Butterfield noch mit prominenten Namen besetzt. Gewonnen hat bei den Männern schließlich Tyler Butterfield in 7:44:01 und bei den Damen Carrie Lester mit 8:38:41. Unsereins war dann nicht ganz so schnell unterwegs, auch wenn es sich zunächst ganz gut anließ. Die Schwimmstrecke verlief parallel zur Küste, zu der man nie mehr als 100 m Abstand einnehmen musste (aber konnte, wenn man trotz der gut platzierten Bojen die Orientierung verlor. So schnell hat einen dann keiner eingefangen. Das Schwimmen startete als Rolling Start, was es neben den anderen Vorzügen der Strecke angenehm machte. Man sortierte sich vorher nach der geschätzten Zielzeit ein und ging, nachdem man ein kleines Tor passiert hatte über einen Steg zum Wasser. Dort lag dann die Zeitmatte und dann hieß es schnell ins Wasser springen, also tatsächlich hüpfen, denn es war ja ein Steg. Zum Glück ging es hier sehr gesittet zu. Das Wasser war sehr angenehm temperiert (dass es keinen Neo brauchte war schon allen beim Kofferpacken klar), hinzu kam das tolle Gefühl, endlich zumindest unter Wasser mal zu sehen, wo man denn so schwimmt. Die Sicht war besser als in allen mir bekannten Hallenbädern, man war sofort von Fischen umgeben und hatte ständig was zu schauen. Auch auf Taucher, die sich in 10 bis 15 m Tiefe gelegentlich platziert hatten und einem zuwinkten (wenn man es mit Technik nicht so genau nahm und auch mal freundlich grüßte). Eine leichte Strömung in die richtige Richtung unterstützte einen auch noch bei dieser Disziplin, die ich an diesem Tag entgegen meiner Gewohnheit zu meiner liebsten deklariert habe. Viele Teilnehmer monierten sich hinterher allerdings über die Wellen, die ihnen zu schaffen gemacht hätten. Und trotz der anfangs klaren Streckenführung wurde es zum Schluss auch unübersichtlich. Die Profis verfehlten dann auch erst mal den Schwimmausstieg. Als sie es endlich geschafft hatten, wurde die Aufmerksamkeit der Zuschauer dann auf acht springende Delfine gelenkt, die unmittelbar neben dem Ausstieg ihr Freiwasserdelfinarium hatten und an ihrem freien Tag trotzdem trainiert wurden. Als ich nach 1:21 das Wasser verließ hatten sie ihr Programm aber wohl schon beendet. Die unter Palmen stehenden Fahrräder auf dem Nationalparkplatz fand man dann nach dem Aufnehmen der Wechselbeutel gut und dann ging es raus auf die zentrale Ringstraße, die um die Insel führt. Diese Straße war vollkommen abgesperrt, obwohl es dies eigentlich gar nicht unbedingt brauchte, denn parallel dazu gibt es einen separaten Radweg, der seines gleichen sucht und über zig Kilometer in einer Breite von drei bis fünf Meter fast die gesamte Ostküste abdeckt. Der Asphalt war zu 98% top, lediglich der Teil, der später durch den Ort führte, wies ein paar mittelprächtige Schlaglöcher auf. Die Radstrecke führte einen drei mal rund um die Insel, wobei, da fast der gesamte Nordteil der Insel gar nicht erschlossen ist, die nördliche Ost-West-Verbindung mitten durch die Insel geht. Die Strecke hat bis auf zwei Minianstiege eigentlich keine Höhenmeter. Das hat Vor- und Nachteile. Nachteil ist vor allem, dass man immer konstant treten muss. Darauf muss man sich auch erst einmal einlassen. Die Strecke ist zudem extrem windanfällig. An der Ostküste ist das offenen Meer anders als im Süden und im Westen sehr unruhig und es weht ein kräftiger Wind. Deshalb sind auf Cozumel auch Scheibenräder grundsätzlich verboten. Die Strecke an der Ostküste ist aber auch ein absoluter Traum. Jenseits einer echten Bergroute mit deren landschaftlichen Reizen ist diese Strecke kaum zu toppen. Und für viele sicher auch für eine Bestzeit gut. Für mich in diesem Falle allerdings nicht. Hier zahlt es sich aus, wenn man nicht nur ein Aero-Fahrrad hat, sondern dass auch konsequent nutzen kann, in dem man die Position hält. Es gibt wahrscheinlich keinen Kurs, in dem es sinnvoller ist, diese Kombination hinzubekommen. Ein Manko auf der Strecke war, dass es pro Runde zwar fünf Verpflegungsstellen gab, aber alle nur mit engagierten, aber überforderten Kindern und Jugendlichen besetzt waren. Regelhaft war es deshalb nötig, an diesen Stellen anzuhalten und den Helfern dabei zu helfen, die Trinkflaschen aufzufüllen. Wer es eilig hatte konnte dabei schon mal die Nerven verlieren. Es waren jede Menge Flaschen da, aber keiner bekam in ausreichendem Maße diese Flaschen auch vor Ankunft der Fahrer gefüllt. Wenn man dann seine drei Runden, die auch immer durch den Hauptort der Insel und entlang der touristisch erschlosseneren Westküste führte, geschafft hatte, durfte man in T2 dann sein Fahrrad direkt nach dem Abstieg den Helfern übergeben. Es war also kein langes Suchen nach dem eigenen Abstellplatz notwendig. Das Finden des eigenen Beutels reichte. Und schon ging es raus auf die Laufstrecke. Wobei es für mich eher eine Gehstrecke wurde, da ich mit meiner Versorgung zwischendurch wohl wieder was falsch gemacht hatte. Auf jeden Fall war mir mehr als übel und ich hatte die Hoffnung, dass sich das im Laufe der Zeit mal legen würde. Zuviel Bewegung war auf jeden Fall nicht förderlich und so machte ich mich auf den mir längsten erinnerbaren Wandertag. Wenn man beim Laufen schon manchmal das Gefühl hat, 42 km nehmen kein Ende, ist das beim Gehen wirklich langwierig. Es gab hier eine Pendelstrecke 7 km raus aus dem Ort und wieder zurück und das Ganze drei Mal. Die ersten drei km pro Richtung waren noch belebt, der ersten zwei richtig stimmungsvoll, aber dann wurde es doch recht einsam. Und hinterher auch dunkel. Eigentlich war es bei mir über vier Stunden dunkel. Die anderen Teilnehmer hatten schon vorgesorgt und Stirnlampen dabei (wenn ich die Diskussion von heute zu diesem Thema verfolge hätte ich eine Umfrage machen sollen). Und immer, wenn ich dachte, jetzt könnte ich mal loslaufen und mir dann einen Schluck Wasser zu Gemüte führte, fing das Magenproblem wieder an. Also beließ ich es bei der Nachtwanderung. Und Wasser nahm ich auch keines mehr. Überhaupt: Auch hier waren die Verpflegungsstellen problematisch. Es gab für die Mittagshitze keine Schwämme und Wasser gab es vorrangig eingeschweißt!!! in 100 ml Plastiksäckchen. Die musste man erst mal aufreißen, da war man schon wieder jede Menge Energie los. Seltsames System.
Der Zieleinlauf war dann klassisch, wobei ich sonst immer diese Cheerleader hatte. Ich war dieses Mal wohl zu früh, auch wenn ich zwei Stunden langsamer war, als ich es mir in meinen schon langsamen Träumen vorgestellt hatte. Das Ziel war trotzdem noch Eindreiviertelstunde offen, und es waren immer noch Leute unterwegs, die die Nutzungsdauer ihrer Stirnlampenakkus austesteten. Ich war froh, endlich im Ziel zu sein (ich habe mich tatsächlich im Ziel noch nie so schlecht gefühlt, sonst gings mir danach immer blendend, auch wenn die Zeiten nicht unbedingt besser waren). Aber mein wichtigstes Ziel habe ich erreicht. Ich habe mein 12. Ironman-Finish und nach aktuellem Stand der Warteliste ist damit 2023 mein Hawaiijahr. Also habe ich genug Motivation, mich tatsächlich mal wie ein echter Triathlet auf einen Wettbewerb vorzubereiten und nicht nur immer dabei zu sein, um ins Ziel zu kommen. Und dafür ist Triathlon Mülheim der richtige Verein. Übrigens haben es die beiden AK-50- vom Schiff dann tatsächlich geschafft, erster und zweiter zu werden und ihr Ticket für Hawaii zu lösen.
Ich würde Cozumel übrigens nicht noch einmal machen. Aber ich würde es jedem empfehlen, es einmal gemacht zu haben. Nicht nur sportlich, sondern auch touristisch. Da wir uns vor 20 Jahren mal sehr individuell durch ganz Mexiko geschlagen haben, haben wir auf Ausflüge aufs Festland verzichtet. Wer noch nie da war, sollte das dann aber auf jeden Fall mal damit verbinden.

 

Challenge Almere 2019 – 1x Sub-5, 2xSub-5:05 und 1x WM Quali

Die Tri-Saison 2019 ist nun endgültig abgeschlossen und das mit hervorragenden Ergebnissen für unsere drei Triathleten Rouven Schuchardt, Dmitri Sacharov und Ralf Bell bei der Challenge Almere-Amsterdam am 14.9.2019. Zunächst der Rennbericht:

Um 5 Uhr klingelte der Wecker und das morgenliche Ritual vor einem großen Wettkampf begann. Rad, Zubehör und Wettkampfausstattung wurden natürlich schon am Vortag startklar gemacht; aber wer kontrolliert vor dem Rennen nicht noch einmal alles. Der Veranstalter hatte drei Tüten ausgegeben, die in einem Zelt für alle zwei Wechsel und eine für nach dem Rennen platziert wurden. Am Rad durfte nichts gelagert werden. Der Platz für die Langdistanzler war direkt am Weerwater; der Platz für die Mitteldistanzler deutlich weiter hinten. Man musste also einige hundert Meter zur Radzone laufen (das kostete natürlich viele wertvolle Minuten). Die Räder waren nach Altersklassen nummeriert und man konnte sozusagen seinem Gegner direkt ins Auge schauen.

Schwimmstart: Die Außentemperatur zeigte herbstliche 11°C am Morgen, aber dafür war der See ganz angenehm auf etwas über 17°C angewärmt. („Also lieber mal nicht einschwimmen, sonst lege ich mich wieder ins warme Bett.“) Gestartet wurde die Mitteldistanz um 8:20 im Siebenerpack und das alle 10 Sekunden (rolling start). Und ab ging es ins kühle Nass –  spätestens jetzt war alles wach! Der Start funktionierte reibungslos, jedoch stoß man auf die etwas langsameren LDler, die auf ihrer zweiten 1,9km Runde schwammen. Das führte zu vielen Überholmanövern und dem ein oder anderen Zickzackkurs. Der See ist nicht sehr tief und man konnte ständig die Bodenpflanzen sehen. In der Mitte der Schwimmdistanz tauchten auch etliche Grasteppiche auf; man hatte ständig irgendein Kraut in den Händen, vor dem Kopf oder zwischen den Füßen. Ralf kam nach 33min aus dem Wasser, Rouven nach 35min und Dmitri nach 36min.

Radstrecke: Für die MDler gab es eine 92,5km Radrunde zu befahren, die an der Küste zunächst nordwärts (mit etwas Windhilfe) und später Richtung Nordost führte. Spätestens dort konnte man den leichten Gegenwind auf einem sehr langen geraden Streckenabschnitt spüren. Es hieß also, konstant zu drücken und Körner für später aufzubewahren. Kurz vor Lelystad ging es ins Landesinnere und der Gegenwind stand auf etwa 25km Strecke vor Kopf. An den Radsplits konnte man erkennen, dass es langsamer wurde. Die letzten 25km waren dann wieder etwas leichter, und es wurde Zeit gut gemacht. Die schnellste Radzeit legte Rouven mit 2:32h hin, gefolgt von Ralf mit 2:35h und Dmitri mit 2:36h (alle mit etwa 35er Schnitt – sehr stark). Es gab drei wichtige Verpflegungsstellen auf der wunderbaren Radstrecke.

Laufen: Der 7km Rundkurs um den Weerwater musste für den Halbmarathon dreimal gelaufen werden. Es gab fünf Versorgungsstellen mit reichhaltigem Angebot – richtig klasse! Der Kurs war ganz angenehm zu laufen, da es kaum Abschnitte gab, die monoton oder ohne Supporter waren. Mittlerweile zeigte sich auch der blaue Himmel und die Temperatur war auf etwa 20°C angestiegen. Die schnellste Zeit legte Dmitri mit 1:36h hin (sehr beeindruckend), Rouven und Ralf jeweils 1:46h.

Damit erzielte Dmitri mit 4:56h eine Zeit unter 5 Stunden (persönliche Bestzeit) und Platz 43 von 158 AKler; gefolgt von Rouven mit 5:02h und AK-Platz 55. Ralf benötige 5:04h, erzielte den 6ten Platz seiner AK und damit ein Ticket für die WM 2020 in Samorin.

Herzlichen Glückwunsch zu diesen hervorragenden Leistungen!!

Ein großer Dank geht natürlich an den Veranstalter Challenge und die vielen Almere Helfer, die einen tollen Job erledigten. Ein ganz hervorragender Triathlon, der zum 40sten Mal ausgetragen wurde (zweitältester Triathlon weltweit).

 

   

Ergebnisse von Ratingen und Wesel

Am Sonntag dem 8.9.2019 wurde der Ratinger Triathlon zum 11. Mal mit großer Liebe zum Detail ausgetragen. Mit 1300 Starter war es ein großes Fest zum Genießen für die Jugend, Familie und Einzelkämpfer/innen. Zudem durften auch einige NRW Ligen ihren Abschluss der Saison bestreiten; darunter auch das Master- und Landesliga-Team von Triathlon Mülheim. Der Start der ersten Klasse fiel kurz vor 9 Uhr bei kühlen 13°C; jedoch wurde im beheizten 50m Becken des Angerbads geschwommen. Die Radstrecke führte bis nach Eggerscheidt und bot damit einige stichige Anstiege. Gelaufen wurde auf einer kantigen 2,5 Rundkursstrecke in Badnähe. Die Liga-Mannschaften von TMH waren vor Ort, um ihre Saison 2019 abzuschließen. Dabei erzielten die Masters einen soliden 16. Platz, den sie auch in der Gesamttabelle einnehmen. Auf der Kurzdistanz (1000/40/10) waren Ralf Bell (2:18), Torsten Schwerkolt (2:25) und Thorsten Bludau (2:28) unterwegs. Der LL Trupp mit Lise Devits (2:19), Judith Laichter (2:35), Rouven Schuchhardt (2:13) und Nils Hommen (2:28) belegte einen 10. Platz und erzielt in der Gesamttabelle sogar den besten Platz seit TMH Bestehen: Platz 6 (!!!) und damit ganz knapp am Aufstieg vorbeigeschrammt – zum Glück, denn Aufstieg war nie geplant J.

Kathrin Christmann bestritt ihren ersten Triathlon und erreichte nach 1:45 das Ziel auf der Volksdistanz (500/20/5). Sven Bauersachs nahm sich die Sprintdistanz vor und lief bei 1:17 über die Ziellinie. Die Kurzdistanz nahm Marcus Hu in Angriff und belegte den 3. Platz seiner AK mit 2:28h.

Auch in Wesel war TMH am Sonntag mit sieben Leuten vertreten, vier Teilnehmer auf der Volksdistanz (0,5/18/5) und drei auf der Kurzdistanz (1,5/36/10). Der Triathlon dort fand bereits zum 9. Mal im Naherholungsgebiet am Auesee statt. Ein kleiner aber sehr liebevoll organisierter Triathlon mit angenehm kurzen Wegen und schönen Strecken in der Natur gelegen. Nur ein kleiner Teil der Rad-Wendepunkt-Strecke geht über eine Landstraße. Während Sven noch Glück mit seinem frühen Start hatte und so vor dem Regen finishen konnte, erging es den anderen Startern nicht so gut. Schon während des Radfahrens wurden die Weseler Wasserfestspiele spontan ausgerufen; das forderte die Athleten besonders bei den Bremsmanövern am Wendepunkt. Auf der Laufstrecke wurde es dann noch einmal unangenehmer, ein richtiger Wolkenbruch setzte die Strecke teilweise knöchelhoch unter Wasser. Eine interessante Erfahrung die man so nicht so oft macht. Trotz der schwierigen Bedingungen konnten Elena und Jutta ihre erste Olympische Distanz mit tollen Zeiten beenden. Elena musste sogar in den Tiefflug durch den einstürzenden Zielbogen.

KD: Sven Temming 2:48; Elena Kornettka 2:41; Jutta Geldermann 3:02

VD: Regina Herzberg 1:23, Rebekka Temming 1:15; Julien Moroder 1:08; Stefan Tiedtke 1:20

Tausend Dank geht an die Veranstalter und die vielen, vielen Helfer, die diese tolle Veranstaltung erst möglich machten.

 

   

       

Mülheimer Triathlon Nachwuchs glänzt beim Ratinger Triathlon

Am Sonntag dem 8.9.2019 wurde der Ratinger Triathlon zum 11. Mal mit großer Liebe zum Detail ausgetragen. Mit 1300 Starter war es ein großes Fest zum Genießen für die Jugend, Familie und Einzelkämpfer/innen. Zudem durften auch einige NRW Ligen ihren Abschluss der Saison bestreiten; darunter auch das Master- und Landesliga-Team von Triathlon Mülheim. Der Start der ersten Klasse fiel kurz vor 9 Uhr bei kühlen 13°C; jedoch wurde im beheizten 50m Becken des Angerbads geschwommen. Die Radstrecke führte bis nach Eggerscheidt und bot damit einige stichige Anstiege. Gelaufen wurde auf einer kantigen 2,5 Rundkursstrecke in Badnähe.

Triathlon Mülheim war mit vier jungen Nachwuchs-Triathletinnen angemeldet und konnte gleich beim zweiten Triathlon-Event des Jahres große Akzente setzen. Jairah Bermann startete auf der Super-Sprintdistanz Swim&Run (50m Schwimmen und 200m Laufen) und holte sich gleich den ersten Platz in 2:42min in der Wertung Schülerinnen C. Ebenfalls im Super-Sprint unterwegs erkämpfte sich in der Klasse Schülerinnen B Mira Bell den zweiten Platz in 2:30min und Thalea Bermann ganz knapp dahinter in 2:32min Platz 3. In der Wertung Schülerinnen A holte sich Carlotta Vogt in 43:33min den ersten Platz und zeigte ganz großes Kämpferherz. In der Gesamtwertung mit den Älteren holte sie sogar den 3. Platz. Dazu musste sie 200m Schwimmen, 10km Radfahren und 2,5km Laufen.

Wir gratulieren zu diesen außerordentlichen Leistungen zum Saisonschluss und hoffen auf weitere Erfolge in 2020.

Tausend Dank geht an den Veranstalter und die vielen, vielen Helfer, die diese tolle Veranstaltung erst möglich machten.

 

 

       

TMH Jugend in Goch erfolgreich

GochNess mit Mülheimer Triathlon Nachwuchs
Dieses Jahr wurde eine Jugendmannschaft bei Triathlon und Marathon Mülheim gegründet, und es ging gleich im ersten Jahr zum allerersten Wettkampf nach Goch. Der Veranstalter legt jedes Jahr einen Schwerpunkt auf den Nachwuchs, und so wurden neben den Schüler- und Jugendtriathlons auch der DTU Jugendcup ausgetragen. Es war damit die Jugendelite aus vielen Bundesländern vor Ort, und damit gab es sehr viel zu bestaunen.
TMH hatte 5 Mädels zwischen 8 und 13 Jahren für die Schülerwertungen A bis C gemeldet. Jairah Bermann, unsere jüngste Teilnehmerin, schwamm 100m im Hallenbad, fuhr 2,5km auf dem Rennrad und lief am Ende noch 400m zum Sieg in ihrer Altersklasse mit einer Gesamtzeit von 13:01min. Was für ein Einstand – Bravissimo! Bei den Schülern B (200m im Hallenbad, 5km Rad und 1km Laufen) erreichte Mira Bell einen 9ten Platz in einer Zeit von 24:12min, gefolgt von Johanna Göke in 24:30min (Platz 10) und Thalea Bermann in 24:51min (Platz 11). Carlotta Vogt durfte in der erbarmungslosen Mittagshitze bei über 30°C starten. Dazu musste sie 200m im See schwimmen, 10km Rad fahren und 2,5km laufen. Trotz Hitze aber mit viel Kämpferherz belegte sie einen hervorragenden 10. Platz in ihrer Altersklasse und kam nach 38:11min ins Ziel. Ein wirklich tolles Ergebnis für alle TMH Starterinnen! Herzlichen Glückwunsch!
Für alle Teilnehmerinnen war es der erste Triathlon und auch die Eltern kamen aus dem Staunen über ihre Talente nicht mehr raus.
Ein großer Dank geht an den Veranstalter und die vielen Helfer! Ein sehr empfehlenswerte Veranstaltung für die ganze Familie!!!

Webseite: http://www.nesstri.de/

Triathlon Klazienaveen

Am Sonntag den 15.07.2019 haben Lise und Janik ihre erste Mitteldistanz in Klazienaveen bestritten.

Der Triathlon in Klazienaveen ist ein organisatorisches Meisterwerk! Schon 1 Woche vorher kamen über Facebook und die eigene App diverse Informationen wie Anfahrts- und Parkpläne, Aufteilung der Wechselzone, Streckenführung (mit Zeitraffer Video) … wirklich unglaublich gut! Vor Ort gab es minütlich einen Shuttle Bus, der die Athleten zum Schwimmstart fuhr, die vorher ihre Wechselzone in eigenen nummerierten Kisten (!) vorbereitet hatten. Dazu 1000de Helfer, die alle super gebrieft waren und wirklich zu jeder Frage eine Antwort wussten.

Das alles ändert aber auch leider nichts an dem Triathlon selbst. Schwimmen hörte sich erst noch super an: 1,9km geradeaus im Kanal – ganz wenig sichten und ganz viel Wasserschatten. Es sollte aber besser “Schlammschatten” heißen, denn der Dreck, den die beiden auf dem Foto im Gesicht haben kommt noch von der Schwimmstrecke. Janik stieg nach 29 Minuten und 2 Sekunden aus der Brühe, gefolgt von Lise nach 34 Minuten und 18 Sekunden.

Und dann ging es auf die Radstrecke… Lise und Janik waren sich einig: Wer sich für Kona qualifiziert und die Einsamkeit auf dem Rad auf dem Weg nach Hawi erfahren will, sollte sich in Klazienaveen anmelden. 94km (4×23,5km) im Viereck durch absolut gar nichts… nur platte Felder und Gegenwind. Da sich das Teilnehmerfeld ziemlich schnell auseinander gezogen hatte waren auch meist keine anderen Athleten zu sehen… von Publikum ganz zu schweigen. Die Erfahrung fast 3h mit seinen Gedanken und Wehwehchen allein zu sein war sicherlich gut, aber auch sehr, sehr anstrengend. Dazu kam noch, dass gut 20% der Strecke auf typisch holländischen Klinkersteinen und Kopfsteinpflaster gelegt waren. Aber angespornt durch Selbstgespräche, lautem Singen und Gegenwind-Beschimpfungen absolvierten die beiden die Radstrecke in 2 Stunden 50 Minuten und 56 Sekunden (Janik) und 2 Stunden 58 Minuten und 42 Sekunden (Lise).

Auf der Laufstrecke ging es dann wieder zurück in die Zivilisation (wenn man ein 10-tausend Seelen-Dorf so nennen kann). So sehr wie wir alle in Venlo den Party-Geist der Holländer lieben gelernt haben, so sehr fehlte er in Klazienaveen. Der einzige Ansporn kam von den Athleten, die sich gegenseitig anfeuerten und den großartigen Helfern, die an den Verpflegungsständen fleißig Wasser, Iso, Cola und Bananen reichten.

Unser Powercouple finishte den Halbmarathon in fast derselben Zeit nach 1 Stunde 32 Minuten und 5 (Lise) beziehungsweise 10 (Janik) Sekunden.
Nach insgesamt 4 Stunden 57 Minuten und 18 Sekunden kam Janik knapp unter 5 Stunden ins Ziel und wurde 16ter in der Alterskategorie unter 40. Lise gewann die Open Category der Damen mit einer Zeit von 5 Stunden 11 Minuten und 24 Sekunden. Beide waren überglücklich mit ihrer ersten Mitteldistanz und freuen sich nun tierisch auf ihren ersten Ironman 2020 mit TMH in Klagenfurt.

An dieser Stelle noch vielen Dank an das ganze TMH Team das über den Livetracker und die WhatsApp Gruppe mitgefiebert hat!