Porto, 2. November 2025
Der Camino Portugués Ultra Run zählt zu den außergewöhnlichsten Laufabenteuern Europas. In sechs Etappen führt die Strecke über fast 300 Kilometer entlang der portugiesischen Atlantikküste – auf historischen Pilgerpfaden, durch kleine Dörfer, über Holzstege und vorbei an einsamen Stränden bis nach Santiago de Compostela.
Der Lauf wurde von Holger Jäger, einem der Teilnehmer, als offizieller Lauf bei myRaceResult eingetragen und veröffentlicht. Vier Läufer, die sich zuvor bei einem Wüstenetappenlauf in Afrika kennengelernt hatten, stellten sich gemeinsam dieser besonderen Herausforderung.
Mit dabei war auch unser Vereinsmitglied Andreas Weymann, der zum Abschluss der Caminolauf- Woche als besonderen Abschluss, zusätzlich den Porto Marathon lief. Insgesamt legte er in acht Tagen beeindruckende 340 Kilometer zurück. Hier ist sein Bericht.
Camino Portugués & Porto Marathon 2025- Erlebnisbericht von Andreas Weymann
Als ich im vergangenen Jahr mit sieben mir bis dahin Unbekannten über eine Woche in der Sahara zusammen während des Marathon des Sables die Laufpausen des 250-km-Wüstenrennens im offenen Beduinenzelt verbrachte, entstand die Idee, in ähnlicher Form einmal gemeinsam den Jakobsweg zu laufen. Über ein Jahr später war es soweit. Ich traf mich mit drei der damaligen Mitläufer in der portugiesischen Stadt Porto, die Ausgangspunkt unseres Laufes auf dem Camino portugues, dem portugiesischen Jakobsweg ins spanische Santiago de Compostela, sein sollte.
Porto, nicht nur bekannt für seinen einmaligen Portwein, sondern auch spektakulär gelegen und definitiv eine Reise wert, ist für viele Pilger der Startpunkt dieser spirituellen Reise. Es gibt zahlreiche Jakobswege, aber der portugiesische ist nach dem französischen („Ich bin dann mal weg“) der beliebteste.
Ausgangspunkt war die Kathedrale von Porto, wo man sich den ersten Stempel in den Pilgerpass abholen konnte. Der Pilgerpass und die Stempel sind wichtig, denn am Ende erhält man die Pilgerurkunde nur, wenn man täglich mindestens zwei Stempel vorweisen kann. Diese bekommt man in Kirchen, Herbergen oder auch in der einen oder anderen Gaststätte – was sich außerhalb der Saison allerdings schwieriger gestaltete, als gedacht, da viele Kirchen und Cafés geschlossen hatten.
Obwohl die offizielle Strecke des portugiesischen Jakobswegs an der Küste entlang nur etwa 260 km lang ist, bauten wir einige Umwege ein, damit jede Etappe mindestens 43 km betrug und sinnvoll endete. 43 km deshalb, weil einer aus unserem Kreis in den 100-Marathon-Club eintreten wollte, wofür die Etappen offiziell über race-result als Laufveranstaltung registriert werden mussten. Das führte auch dazu, dass wir gelegentlich eine Extra-Schleife einbauen mussten, um die Kilometer zu erreichen. Die längste Tagesetappe betrug rund 55 km – mit vollem Gepäck auf dem Rücken.
Während zwei von uns schon um 6:00 Uhr aufbrachen, um unterwegs zu frühstücken, startete ich mit einem Kollegen erst nach einem ausgiebigen Hotelfrühstück (die klassischen Pilgerherbergen ließen wir aus). Die Startgruppen lagen meist zwei bis drei Stunden auseinander, fanden aber im Laufe des Tages wieder zusammen.
Die ersten drei Tage liefen wir in Sichtweite der Atlantikküste, oft über Holzstege durch Naturschutzgebiete oder über sandige und steinige Pfade mit kleinen Kletterpassagen. Neben idyllischen, fast menschenleeren Küstenabschnitten führte der Weg auch durch Gewerbegebiete und verlassene Ortschaften – der Jakobsweg ist eben nicht nur ein Pilgerpfad durch Postkartenlandschaften, sondern auch ein echter Weg von A nach B.
Während wir anfangs nur wenige Pilger trafen, nahm die Zahl auf den letzten 100 km – besonders auf den letzten 20 km – deutlich zu. Nach drei sonnigen Tagen wurde das Wetter zunehmend feuchter und windiger, der letzte Tag endete mit unwetterartigem Regen. Trotzdem erreichten wir nach sechs Tagen durchnässt, aber glücklich den zentralen Platz vor der Kathedrale von Santiago de Compostela.
Im Pilgerbüro wollten wir unsere Compostela abholen – doch der Beamte glaubte uns zunächst nicht, dass wir die Strecke in so kurzer Zeit bewältigt hatten. Erst nachdem ich ihm unsere Garmin-Dokumentation und unser Laufshirt mit den Etappendaten zeigte, erhielten wir unsere wohlverdiente Urkunde.
Am Abend besuchte ich die Pilgermesse in der Kathedrale – eine beeindruckende, emotionale Feier mit der heiligen Kommunion. Höhepunkt war der Botafumeiro, der mit 1,50 m Höhe und 53 kg Gewicht größte Weihrauchkessel der Welt, der über die Köpfe der Pilger hinweg geschwungen wurde – ein unvergesslicher Moment.
Am Folgetag ging es mit dem Linienbus zurück nach Porto, wo wir die Startunterlagen für den Porto Marathon am 2. November abholten. Nach einem kurzen Stadtbummel startete ich am nächsten Morgen um 8:00 Uhr beim Maratona do Porto vom Queimódromo im Parque da Cidade do Porto. Die Strecke führte entlang des Atlantiks und des Douro-Flusses – ein wunderschöner Abschluss einer laufintensiven Woche. Ohne Gepäck erreichte ich nach 4:02 Stunden das Ziel bei bestem Wetter.
Insgesamt ein absolut tolles Erlebnis, der Camino Ultra Challenge Run 340k.
Informationen CAMINO PORTUGUESE 2025, 26.10.2025-31.10.2025 : : my.race|result
Ergebnisse Porto Marathon – Ergebnisse 2025
Der Verein gratuliert herzlich zum Etappenlauf und zum Porto Marathon Finish!
Und wer nach all den gelaufenen Kilometern noch nicht genug von Portugal hat, dem sei gesagt: Gerade ist ein neues Asterix-und-Obelix-Heft erschienen – diesmal bei den Portugiesen!
Da kann man sich, ganz ohne Blasen an den Füßen, noch einmal gemütlich in die Welt der Lusitaner einlesen – und sich dabei, bei einem Gläschen Portwein, Traubensaft oder Weintrauben den Portugiesen auf besonders heitere Weise verbunden fühlen.
Ein riesiges Dankeschön geht an unsere Sponsoren. Eure Unterstützung ist unbezahlbar. Wir laden alle herzlich dazu ein, die tollen Angebote unserer Partner zu entdecken und damit diese wertvolle Zusammenarbeit aktiv zu stärken.
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Fotos: Andreas Weymann/ Marathon und Triathlon Mülheim
Text: Andreas Weymann
Veröffentlichung: Manuela Strenger








