Hamburg, 07.06.2026
Am Sonntag fand in Hamburg die zehnte Auflage der IRONMAN European Championship statt. Rund 3.000 Athletinnen und Athleten aus aller Welt stellten sich der Herausforderung über 3,9 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen. Die insgesamt rund 226 Kilometer lange Strecke führte durch die Hansestadt und gilt als eine der spektakulärsten urbanen Langdistanzen Europas.
Der Wettkampf begann mit dem Schwimmen in der Binnen- und Außenalster. Anschließend führte die Radstrecke über zwei 90-Kilometer-Runden durch den Hamburger Großmarkt, über die Köhlbrandbrücke sowie durch die Vier- und Marschlande. Der abschließende Marathon verlief auf vier Runden entlang der Binnen- und Außenalster sowie durch die Hamburger Innenstadt, bevor die Athleten auf dem Rathausmarkt den ersehnten Zieleinlauf erreichten.
Mit Björn Grützner, Michael Junghänel und Frank Siegler waren auch drei Athleten von Marathon und Triathlon Mülheim e.V. am Start.
Michael Junghänel absolvierte seine erste Langdistanz überhaupt und erreichte nach starken 12:00:34 Stunden das Ziel. Besonders bemerkenswert: Trotz einer Reifenpanne auf der Radstrecke ließ er sich nicht aus dem Konzept bringen und kämpfte sich erfolgreich bis ins Ziel durch.
Auch Björn Grützner zeigte ein hervorragendes Rennen. Er finishte die Langdistanz in 12:28:06 Stunden.
Für Frank Siegler verlief der Wettkampf leider nicht wie geplant. Nach dem Schwimmen und etwa 90 km der Radstrecke musste er das Rennen vorzeitig beenden und wurde als DNF gewertet.
Unregelmäßigkeiten auf der Radstrecke
Während des Rennens kam es im Bereich der Radstrecke zu mehreren sicherheitsrelevanten Vorfällen. Auf einzelnen Abschnitten wurden großflächig Metallsplitter festgestellt, in deren Folge von möglichen Sabotagehandlungen gesprochen wird. Mindestens ein 29-jähriger Athlet stürzte und zog sich dabei einen Knochenbruch zu, der eine klinische Behandlung erforderlich machte.
Bereits am Vortag waren entlang der Strecke vereinzelt aufgestellte Haltverbotsschilder sowie Ankündigungsplakate entfernt worden. Die Polizei prüft derzeit, ob zwischen den Vorfällen ein Zusammenhang besteht.
(Quelle: LINK: Mehrere Hinweise nach möglicher Sabotage bei Ironman-EM | ndr.de)
Die IRONMAN European Championship der Frauen wurde im Rahmen des Rennens in Hamburg ausgetragen und brachte ein hochklassiges Profi-Feld an den Start. Den Sieg sicherte sich die Norwegerin Solveig Løvseth in einer Zeit von 8:11:11 Stunden. Auf Platz zwei folgte die deutsche Topathletin Laura Philipp in 8:12:29 Stunden. Im Männerfeld gewann Martin Kodewitz das Rennen in 7:59:55 Stunden und blieb damit knapp unter der Acht-Stunden-Marke.
Persönlicher Rennbericht von Michael Junghänel
Nachfolgend schildert Michael seine Eindrücke von seiner ersten Langdistanz:
,,Es war meine erste Langdistanz, die ich gemacht habe. Die Vorbereitung lief nach Trainingsplan insgesamt gut, auch wenn mir die langen Laufeinheiten im Nachhinein etwas zu kurz vorkamen – dazu vielleicht später mehr.
Der Wettkampftag
Vor dem Start habe ich – wie immer – zunächst mein Rad gecheckt und die Verpflegung angebracht. Auch die Wechselzone habe ich noch einmal kontrolliert. Danach ging es zum Schwimmstart. Beim Warten kamen mir viele Gedanken: Warum mache ich das eigentlich? Will ich das wirklich? Die Antwort war klar: Ja, ich will.
Direkt im Wasser hatte ich dann den ersten emotionalen Moment – so wie später noch drei weitere: nach dem Schwimmen, nach der Wechselzone und beim Läuten der Finisher-Glocke für Erststarter auf der Langdistanz.
Im Wasser fühlte ich mich gut und war offenbar richtig eingeschätzt. Ich konnte mehr Athleten überholen, als selbst überholt zu werden. Zufrieden ging es in die Wechselzone und anschließend aufs Rad.
Radstrecke mit Rückschlag
Auch auf dem Rad lief es zunächst sehr gut. Ich war positiv unterwegs und konnte Frank nach kurzer Zeit überraschend überholen – was für mich ein guter Moment war.
Im weiteren Verlauf sah ich jedoch immer mehr Athleten mit technischen Problemen, vor allem Reifenpannen. Das machte mir etwas Sorge, da ich mich fragte, ob mich das auch treffen könnte.
Kurz darauf war es dann leider soweit: Zunächst hörte ich merkwürdige Geräusche, dann wurde es still, und nach einer Bodenwelle setzte die Felge auf. Ergebnis: Platten.
Frank hatte mich inzwischen wieder eingeholt und hat mir trotz Regelwerk geholfen. Zusätzlich konnte ich noch einem anderen Athleten mit einer CO₂-Kartusche unterstützen. Nach etwa 25 Minuten war das Rad wieder einsatzbereit und es ging weiter.
Die restliche Radstrecke bin ich vorsichtig gefahren – immer mit dem Gedanken, dass ein zweiter Defekt das Rennen beendet hätte.
Marathon und Ziel
Auf der Laufstrecke bin ich deutlich zu schnell gestartet, obwohl mir bewusst war, dass das Tempo zu hoch ist. Aber Kopf und Beine waren an diesem Tag nicht immer einer Meinung. Nach etwa 21 Kilometern ging es dann nur noch über „gehen und laufen“.
Die vier Runden durch Hamburg wurden zu einer echten mentalen Herausforderung. Am Ende ging es nur noch darum, anzukommen.
Kurz vor dem Ziel kam der besondere Moment: die Finisher-Glocke für Erststarter auf der Langdistanz. Danach ging es ins Ziel.
Finish
Nach 12:00:34 Stunden habe ich die Ziellinie erreicht. Kurz habe ich mich über die 34 Sekunden über der Zwölf-Stunden-Marke geärgert – aber sehr schnell wurden diese Gedanken von Emotionen, Stolz und Freude abgelöst.“
Wir gratulieren Michael Junghänel und Björn Grützner herzlich zu ihren erfolgreichen Finishes bei der IRONMAN European Championship Hamburg 2026. Frank Siegler musste das Rennen nach etwa 90 Kilometern auf der Radstrecke vorzeitig beenden und wurde als DNF gewertet. In einem Rennen, das durch zahlreiche Ausfälle infolge von Metallsplittern auf der Radstrecke geprägt war, gilt dennoch: Erfahrungen mitnehmen und den Blick konsequent nach vorne auf die nächsten Herausforderungen richten.
Ein besonderer Glückwunsch geht an alle Athletinnen und Athleten, die die Langdistanz erfolgreich bewältigt und das Ziel auf dem Hamburger Rathausmarkt erreicht haben. Die Leistungen aller Teilnehmer verdienen größten Respekt und zeigen eindrucksvoll, was mit Leidenschaft, Disziplin und Ausdauer und auch Glück möglich ist. Dem verletzten Teilnehmer gute Besserung.
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Fotos: MTMH Privat , Foto mit Medaille Chat GPT bearbeitet, Mauerhintergrund.
Text: Michael Junghänel, Manuela Strenger
Veröffentlichung: Manuela Strenger
Alle Angaben ohne Gewähr.
Hinweise zum Bericht an presse@Marathon-Muelheim.de



